Tagebuch schreiben

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Ich möchte meinen Blog auch dazu nutzen, Themen anzusprechen, die nicht zwingend etwas mit Büchern zu tun haben. Heute: Tagebuch schreiben.

Warum soll ich Tagebuch schreiben?

Viele denken bei dem Wort Tagebuch an diese kitschigen, pinken Dinger mit Vorhängeschloss aus der Kindheit. Aber eigentlich ist Tagebuch schreiben so viel mehr und muss überhaupt nichts mit einer Kinderbeschäftigung zu tun haben. Tagebuch schreiben bringt so viele Vorteile mit sich:

  1. Tagebuch schreiben entspannt und hilft einen den Tag und das Geschehene zu reflektieren und die eigenen Gedanken zu ordnen. Mir hilft Tagebuch schreiben dabei, fokussiert zu bleiben. So weiß ich, was mich wirklich beschäftigt und woran ich arbeiten muss. Außerdem kann ich die geschehenen Dinge für mich so länger haltbar und immer wieder abrufbar machen.
  2. Ich habe mich entschlossen, ab diesem Jahr für jedes Schuljahr ein Tagebuch zu schreiben. Ich bin jetzt in der neunten Klasse, in  einem Alter, in dem einem viele neue Gedanken durch den Kopf gehen. Dies nieder zu schreiben hilft nicht nur  bei der Verarbeitung des Tages. Es hält diese Zeit auch so real wie nur möglich für später fest. Mit dem Tagebuch schreiben kann man gut beginnen, wenn man in einen neuen Lebensabschnitt startet.
  3. Ich liebe die Sprache und das Schreiben. Da bietet sich Tagebuch schreiben doch super an. Ich binde das Schreiben in meinen Alltag ein und lasse es zu einer routinierten Aktivität werden. Damit kann ich meine Sprachfähigkeit verbessern, Formulierungen ganz einfach finden und ausarbeiten. Ich denke auch, dass es super wichtig und interessant sein kann, zu wissen und zu erinnern, wie man sich in einem bestimmten Alter gefühlt hat. Wenn man später mal Geschichten schreiben möchte, kann man darauf immer wieder zurückgreifen.
  4. Mit dem Schreiben lassen sich Momente wunderbar einfangen und festhalten. Ich habe mir vorgenommen, sobald einer dieser Momente auftaucht, ich nicht immer gleich die Kamera drauf halte. Stattdessen versuche ich erst einmal, den Augenblick mit meinen Worten einzufangen und die Atmosphäre so gut ich kann zu übertragen. Das schult nicht nur das Sprachgefühl, sondern auch den Blick für die wichtigen Dinge und vermutlich auch die Wertschätzung für das Leben. Mehr zu diesem Thema hat ein sehr inspirierender Mensch, nämlich Jerrie von JerriesBlog, in einem seiner Videos angesprochen. Das Video findet ihr hier.
  5. Probleme. Wir alle haben sie, genauso wie Stress. Und ihr könnt mir glauben: Tagebuch schreiben kann dabei fast genauso helfen, wie das Gespräch mit einem guten Freund, wenn nicht sogar noch mehr. Ich erkläre mir das so: wenn ich etwas aufschreibe, denke ich unter anderem daran, wie  es sein wird, wenn ich oder jemand anderes das von mir Geschriebene liest. Dies wiederum führt mir vor Augen, dass eine Zeit kommen wird, in der die aktuellen Beschwerden Vergangenheit sind. Also kann ich so viel besser und schneller verstehen, wie vergänglich meine Bedrückung ist. Dann kann ich mich wieder auf wichtigere Dinge konzentrieren, zum Beispiel, das Problem zu beheben und den Stress zu bekämpfen :D. Wenn es euch gelingt, ebenfalls Ängste aufzuschreiben, kann das einen freieren Kopf verschaffen. Das Formulieren von Ängsten und Sorgen ist so hilfreich. Denn wenn man sie erstmal notiert hat, kommen sie einem letztlich viel weniger bedrohlich vor.

Wie oft und auf welche Weise soll ich Tagebuch schreiben?

Ich habe mir für dieses Schuljahr ein einfaches, schlichtes Notizbuch gekauft. Darin versuche ich täglich ein kleines Update zu verfassen. Dies muss gar keine Beschreibung des Tages sein. Es genügt eine kurze Reflexion, besondere Geschehnisse lassen sich natürlich auch ausführlicher formuliert super festhalten.

Doch natürlich sollte man sich nicht dazu zwingen, jeden Abend Tagebuch zu schreiben. Am besten ist es, sich etwas vorzunehmen. Dabei eignen sich auch wöchentliche oder monatliche Updates. Viele, die vorhaben gelegentlich zu schreiben, tun dies spätestens nach zwei Wochen gar nicht mehr. Etwas Struktur kann da weiterhelfen. Wer sich überhaupt nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, einen Fließtext über sein Leben zu verfassen, hat auch andere Möglichkeiten ein Tagebuch zu führen. Wie wäre es zum Beispiel damit, jeden Tag Folgendes aufzuschreiben:

  1. Die besten drei Dinge, die mir heute passiert sind.
  2. Die drei unschönsten Dinge des heutigen Tages.
  3. Das nehme ich mir für morgen vor.

Ich bin mir sicher, dass sich diese drei Punkte, auch in Stichworten, super schnell beantworten lassen und fast genauso effektiv sind wie das „klassische“ Tagebuch schreiben.

Es gibt natürlich noch andere Arten des Tagebuchs. Man kann Video-Tagebuch führen, es gibt Tagebücher, in denen man nur ein paar Kreuze setzt, Sätze beendet oder Zeichnungen anfertigt. Für mich ist das keine Lösung, da ich mich dabei einfach zu wenig ausleben kann. Aber es ist vorstellbar, dass einige dies lieber und regelmäßiger machen würden, als das manchmal beschwerliche Schreiben.

Hat euch der Beitrag dem Thema näher gebracht oder schreibt ihr sowieso schon Tagebuch?  Schreibt es doch einfach in die Kommentare 😉 .

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7 Gedanken zu “Tagebuch schreiben

  1. Anja B. 3. Oktober 2016 / 12:14

    Hallo,
    früher habe ich mehr oder weniger regelmäßig Tagebuch geschrieben. Doch mit der Zeit bin ich immer weniger dazu gekommen. Aber mir hat dann auch was gefehlt. Als Alternative habe ich dann tolle Buchkalender gesucht und gefunden und kann dann bei Bedarf an dem jeweiligen Tag meine Erlebnisse hineinschreiben, auch wenn nicht so viel Platz da vorhanden ist. Aber trotzdem hilft es mir oft. Klar versuche ich regelmäßig zu schreiben, aber ich gestehe, wenn ein Tag ereignislos verlaufen ist, schreibe ich nichts.
    Liebe Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

    Gefällt 1 Person

  2. diejoker42 26. Oktober 2016 / 15:33

    Hallo:)
    Ich finde deine Formulierungen wirklich sehr schön. ( von allein wäre ich nie darauf gekommen dass du in der neunten Klasse bist. Ich hätte dich älter geschätzt.)
    Aber wie du schon gesagt hast, das schreiben schult die Sprache:)
    Ich denke ich werde deinen Text als kleinen Anreiz nehmen um mal wieder in mein Tagebuch zu schreiben. Alle paar Monate nach ich da ein kleines „Update“ meines Lebens rein:)

    Dankeschön

    Gefällt 1 Person

    • caralovesstories 26. Oktober 2016 / 15:37

      Oh, vielen Dank. Das wird mir tatsächlich öfters gesagt 😊 Schön, dass ich dich inspirieren konnte. Das war wohl auch ein bisschen meine Hoffnung.

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      • diejoker42 26. Oktober 2016 / 15:41

        Ja 🙂
        Ist auch echt interessant meine ersten Einträge zu lesen … von 2014 🙈
        Damals hab ich noch ganz anders gedacht .
        Aber man meint ja immer dass man zur aktuellen Stunde am Wissensgebiet und intelligentesten ist. ( das ist mein Problem. Die Leute verstehen diese seltsamen Ausdrücke von mir nicht 😅)

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      • caralovesstories 26. Oktober 2016 / 15:48

        Haha. Das kenne ich! Ich hab gestern ein paar alte Rezensionen gelesen und dachte mir „Was hab ich denn da geschrieben?“ 😂

        Gefällt 1 Person

      • diejoker42 26. Oktober 2016 / 15:49

        Wann hast du angefangen zu schreiben?

        Gefällt mir

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