„Herz zu Asche“ von Kathrin Lange

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Um nicht zu spoilern, werde ich euch nichts zum Inhalt des Buches sagen. Falls ihr aber gar nicht wisst, um was es geht: Inhaltsbeschreibung und Rezension des ersten Bands findet ihr hier.

Fazit

Dieses Buch, ist der dritte und letzte Band von Kathrin Langes Trilogie. Ich muss sagen, dass mir diese Bücher sehr gefallen haben. Ich liebe die Dramatik in den Büchern und gerade im letzten Teil, spürt man die Gefahr. Der Schreibstil scheint vielleicht unspektakulär, gefällt mir aber sehr gut. Er hat einen gewissen Witz und konnte mich manchmal auch sehr berühren. Auffällig an diesem Band war, dass immer wieder Ausblicke auf die weitere Handlung gegeben werden, zum Beispiel:

„Und ich sollte erst viel später die Bedeutung dieses Traums begreifen.“ Juli

Das schadet der Geschichte aber nicht, weil es nicht zu oft vorkommt. Der Leser wird sogar eher neugierig gemacht und bleibt am Ball.

Was jedoch ein bisschen anstrengend ist, sind die Sätze, die Juli immer wieder in ihrem Kopf wiederholt. Es reichen die Ausblicke zum Aufbau der Spannung. Kathrin Lange lässt ihre Protagonistin jedoch immer wieder Sätze wiederholen, die irgendwer irgendwann mal gesagt hat. Am Ende bringen diese vielleicht Aufschluss, doch ich finde, sie setzt sie zu früh und zu oft ein. Der Leser kann noch nichts damit anfangen und mich persönlich hat es irgendwann auch genervt auf jeder dritten Seite Sätze wie:

„Früher oder später glaubt jeder in diesem Haus an Madeleines Fluch, hörte ich Jason sagen.“

zu lesen. Allgemein verwundern mich die widerhallenden Sätze in Büchern immer. Ist es wirklich realistisch, dass man die Wörter so genau im Ohr hat, oder erinnert man sich nicht eher immer nur an den Inhalt? Das fällt mir öfters auf und irgendwie finde ich es nie realistisch. Vor allem bei langen Sätzen, die aber in diesem Buch zum Glück nicht vorkommen.

Juli gefiel mir als Protagonistin ganz gut. Sie ist irgendwie unauffällig und ich hatte  auch kein Bild von ihr vor Augen. Dennoch finde ich, gerade im letzten Band, ihre Handlungen vernünftig und nachvollziehbar. Ich weiß nicht, wie ich unter diesem psychischem Druck handeln würde. Sicher nicht so entspannt, wie Juli es oft schafft – weil Juli stärker ist, als man denkt. Und nicht so, weil die Geschichte und die Protagonistin schlecht oder unrealistisch ausgearbeitet sind. Da bin ich mir ganz sicher, sie hat es schließlich oft genug bewiesen.

David, den andere Protagonist, mag ich sehr gerne. Er ist zwar manchmal etwas steif, aber er hat ja auch viel Schlimmes erlebt. Miley, Julis beste Freundin, fand ich einfach genial. Sie ist witzig und gerade am Anfang des Buches sprach sie mir oft aus der Seele. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass sie die Rolle des Lesers direkt in der Geschichte übernimmt. Gerade weil ihre Äußerungen und Handlungen dem entsprachen, was ich in den jeweiligen Szenen am liebsten getan hätte. Irgendwie fand ich die Vorstellung witzig, sie so als den Leser in der Geschichte anzusehen.

Achtung Spoiler!

Charly hat mich einfach nur wahnsinnig aufgeregt. Ich fand sie ganz furchbar, was natürlich so gewollt ist. Manchmal dachte ich, wenn ich  Juli wäre, hätte ich sie einfach ignoriert oder sie nicht ernst genommen. Das heißt, mitleidig angucken und mit Babystimme zu ihr sprechen und ihr sagen, dass sie nicht alle Tassen im Schrank hat. Zum Glück hat Juli das nicht getan, denn sonst hätte sie sich angreifbar gemacht, und Charly hätte vielleicht bei David gepetzt. Lustig und erfrischend wäre es vielleicht dennoch gewesen. Trotz allem hat Lange es geschafft, am Ende der Geschichte, Charly aus der Schusslinie der Leser zu holen. Ich konnte schließlich sogar Mitleid für sie empfinden. Mensch, sie hatte es eben auch nicht leicht. Armes Mädchen…

Ende Spoiler 

Irgendwie finde ich, dass das Buch eine schwer zu beschreibende Spannung hat. Natürlich fragt man sich durchgehend, was als nächstes passieren wird. Aber mittendrin habe ich mich plötzlich wieder gefragt, auf welche Auflösung ich eigentlich warte. Ich wusste zwischendurch wirklich nicht, worauf ich selbst so hinfiebere. Eine klar strukturierte Handlung habe ich vermisst, obwohl es spannend war. Vielleicht liegt es daran, dass es sich hierbei um das letzte Buch der Trilogie handelt und somit dauernd kleine Geheimnisse gelüftet wurden und ans Licht kamen. So fehlte vielleicht zwischenzeitlich die Richtung.

Das Ende wiederum fand ich, wie auch in den vorherigen Bänden, sehr gelungen. Tatsächlich haben am Ende die kleinen Anmerkungen zwischendurch Sinn ergeben. Auch Probleme aus den ersten zwei Teilen kamen zur Sprache, wurden so verständlich und wurden fester Bestandteil der Handlung.

Alles in allem kam mir dieses Buch etwas schwächer vor als die ersten beiden. Dennoch ist es ein gutes Ende der Trilogie und gehört somit zu meinen Lieblingsbüchern. Daher empfehle ich diese Reihe. Sie ist düster, spannend, dramatisch und dennoch voller Hoffnung und natürlich Liebe.

Bewertung

4 Krönchen (von 5)


Preis:  16,99 Euro
Verlag:  Arena Verlag
ISBN:  978-3-401-60033-8
Seitenanzahl:  381
Buchgenre:  Liebes-Thriller
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2 Gedanken zu “„Herz zu Asche“ von Kathrin Lange

  1. Zwinkerling 8. Dezember 2016 / 12:41

    Wow, das Buch klingt spannend. Ich finde man sieht schon am Cover, dass es ein Arena Buch ist 😀
    Ich möchte die Reihe auch unbedingt noch lesen!

    Gefällt 1 Person

  2. caralovesstories 8. Dezember 2016 / 16:24

    Ja, das stimmt 😀 Oft haben die echt ziemlich schöne Cover und eins sind sie immer – typisch Arena hihi

    Gefällt mir

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