Filmreview Tschick

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Letztens habe ich mir mit meiner Familie „Tschick“ im Kino angesehen. Gerade, weil ich das Buch auch kenne, wollte ich euch meine Gedanken zu der Verfilmung mitteilen. 

 Zusammenfassung:  Maik ist ein ganz normaler Junge. Er geht auf eine ganz normale Schule und hat einen Vater und eine Mutter. Seine Familie ist vielleicht doch nicht ganz so normal, denn Maiks Mutter ist Alkoholikerin, weshalb sich sein Vater schon längst mit anderen Dingen beschäftigt.  Maik jedoch stört das nicht im geringsten, denn er hat ein gutes Verhältnis zu seiner Mutter.

Alles ändert sich, als ein neuer Mitschüler in die Klasse kommt. Sein Name ist Andrej Tschichatschow, doch genannt wird er Tschick. Niemand kann Tschick ausstehen, er ist das Klischee auf zwei Beinen – und wie Maik zu sagen pflegt, ein Asi. Ab und zu erscheint er sogar betrunken im Unterricht.

Der Sommer, in dem sich alles ändert, beginnt mit einer Geburtstagsparty – der Geburtstagsparty des beliebtesten Mädchens der Klasse. Tatjana ist ihr Name und sie lädt alle ein, außer Maik und Tschick –  die Außenseiter. Maik trifft das sehr, denn um Tatjana seine Zuneigung zu zeigen, hat er eine sehr aufwendige Zeichnung angefertigt. Als seine Eltern abreisen – der Vater auf Geschäftsreise, seine Mutter in die Beautyfarm, eine Entzugsklinik, taucht Tschick bei Maik auf. Bei einigen Runden an der Playstation beginnt eine Freundschaft. Doch das ist nicht alles, Tschick ist mit einem geliehenen Lada aufgetaucht. Als Mike ihm das Geschenk für Tatjana zeigt, beschließen die zwei, der Party doch noch einen kurzen Besuch abzustatten. Ein beeindruckender Auftritt und jede Menge Adrenalin weckt die Abenteuerlust der beiden Jungs. Sie beschließen, den Lada etwas länger zu behalten. Tschick schlägt vor, Verwandte in der Walachei besuchen zu fahren. Mit Kühltruhpizzen und scheußlicher Musik auf Kassette im Gepäck, beginnt der wohl spannendste Trip ihres Lebens…

Da ich das Buch „Tschick“ schon kenne, wusste ich story-technisch, was auf mich zukommt. Ich hatte hohe Erwartungen an den Film, da mir der Roman sehr gut gefallen hat und ich mir gut vorstellen konnte, dass eine Verfilmung leicht umsetzbar wäre. Das Ergebnis hat mich zum Glück nicht enttäuscht. Es ist ein guter Film geworden.

Besetzung

Die Besetzung war meiner Meinung nach ziemlich gelungen. Maik, gespielt von Tristan Göbel, entsprach so ziemlich meinen Vorstellungen des Charakters. Auch Tschicks Besetzung, Anand Batbileg, verkörperte die Figur sehr passend. Auch zusammen schienen sie auf der Leinwand ein ziemlich gutes Team zu sein. Isa habe ich mir eigentlich anders vorgestellt, als ihre Darstellerin Nicole Mercedes Müller. Doch die Schauspielerin, hat es mit ihrer Ausstrahlung und der Darstellung von Isa so auf den Punkt gebracht, dass ich mir plötzlich doch gar keine andere Isa mehr vorstellen konnte. Auch alle anderen (Neben-) Charaktere konnten mich überzeugen – sie passten wie die Faust aufs Auge.

Umsetzung

Seltsamerweise hatte ich drei Mal das Gefühl, den Schauort mir genau so vorgestellt zu haben, wie es im Film dargestellt wurde. Gespenstisch, oder? Genau so war es nämlich. Selbst wenn es mal nicht meinem Bilde entsprach, hat die Kulisse dennoch sehr gut gepasst. Im Film sind schöne Bilder entstanden, gerade auch durch die Farben. Es wurden zwangsläufig nicht alle Szenen des Buches aufgenommen, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass etwas gefehlt hat.

Ende

Wie auch das Buch, hat dieser ein Film ein ziemlich offenes Ende. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige (vor allem Kinder) damit ein paar Schwierigkeiten hatten und sich mehr erhofft haben. Für diejenigen wurde wohl am Ende noch diese kleine Illustration hinzugefügt, die auch als Abspann dient. Ich habe diesen als sehr gelungen empfunden und er hat noch mal bildlich veranschaulicht, wie es mit Tschick weiterging. Ich genieße offene Enden immer sehr. Gerade bei Romanen, behält die Geschichte so noch eine gewisse Magie, die einen nur schwer von dem Buch loskommen lässt. Im Film ist der Effekt meiner Meinung nach nicht so groß, denn sobald man das dunkle Kino verlässt, ist es leider vorbei mit der Stimmung.

FSK

Der Film ist, soweit ich weiß, ab 12 Jahren freigegeben (mit Erziehungsberechtigten auch schon früher). Außer in der Unfall-Szene finde ich diese Grenze übertrieben. Jüngere Kinder verstehen die Handlung vielleicht nicht unbedingt so gut, aber schaden dürfte ihnen der Film sicher nicht. Ich denke FSK 6 wäre ausreichend gewesen. Kinder, die kein Blut sehen können, würden sich in diesem Moment vielleicht die Augen zuhalten müssen, aber ansonsten hätten sie sicher auch viel Freude an dem Film. Vor allem frage ich mich, wer sich den Film sonst ansieht, außer Familien und Kenner des Romans. Ich denke nämlich nicht, dass viele Jugendlichen beschließen würden, sich „Tschick“ im Kino anzusehen – schade eigentlich. Mich hat der Film sehr gut unterhalten können und auch als Leser wurde ich nicht enttäuscht.

Fazit

Ein wirklich gelungener Film. Gerade der jugendliche Witz hat das Publikum zum Lachen bringen können. Besonders mochte ich es, wenn Tschick „Ohne Sinn“ gesagt hat, da ich diese Äußerung oft in der S-Bahn oder im Bus höre. Wer also an einem verregneten Sonntag nach einem schönen Familienfilm sucht, der kann sich guten Gewissens in „Tschick“ setzen. Viel Spaß 🙂

Habt ihr „Tschick“ gelesen oder schon angesehen? 

 

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4 Gedanken zu “Filmreview Tschick

  1. iamnele 5. November 2016 / 18:46

    Ja, ich habe Tschick mal in der Schule gelesen, wusste gar nicht dass es verfilmt wurde :))

    Gefällt 1 Person

  2. Regular Reader 8. November 2016 / 13:12

    War ein guter Film – und Du hast den echt gut beschrieben!

    Gefällt mir

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